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Großer Ausstellungsraum

Dieser Raum vereint die nördliche Wohnung: Stube, Stubenkammer und Stallteile.
Geradeaus sehen Sie das „Schwarzwaldmaidle“ von Ernst Maier aus Rütte, einem der drei bekannten Todtmooser Schnitzer. Paul Mutter und Gerald Kaiser komplettieren die Gruppe; von ihnen sind Werkzeuge und unvollendete Arbeiten zu sehen. Die Schnitzarbeiten gehören zum Landhausstil des späten 20. Jahrhunderts.
Rechts sind Flachsbündel und Bearbeitungsgeräte zu sehen, ein Hinweis auf die Heimweberei, einen wichtigen Wirtschaftszweig. Der schmale, graue, hängende Schal wurde von der Pflanze bis zum fertigen Gewebe hier in Todtmoos geschöpft. Neben der Leinenfaser gewann man noch über den Leinsamen ein hochwertiges Nahrungsöl. Im 19. Jahrhundert fielen die großen Einnahmen aus den mehrtägigen Wallfahrten weg. Wien hatte sie Ende des 18. Jahrhunderts verboten. So suchte man neue Verdienstmöglichkeiten.
Die Nische rechts ist unumgänglich in einem Schwarzwälder Heimatmuseum: die Tracht, die Musik, vor allem Blasmusik. Die Stickereien sind der Ausdruck der herstellenden Frauen und haben selten einen historischen Hintergrund.
In Glasvitrinen werden Hoteltechnik und Foto-/Filmgeräte ausgestellt, z. B. der Erfinder der Zeitlupe in Todtmoos.
Wir passieren die Zwergschule. Die Schulen der Ortsteile wurden in den 1970er Jahren zusammengelegt. Daneben die doppelstöckige Kunst mit sehr unterschiedlichen Kacheln, ein Beleg für Töpferkunst und Handwerksfertigkeit.
An der Wand zum Ausgang hin wird die Baugeschichte des Sanatoriums Wehrawald dargelegt. Der 1. Bau um 1900 war damals das modernste Lungensanatorium auf der Welt. Die Pläne, ganz links, wurden auf einer Weltausstellung in den USA gezeigt und gefeiert. Durch dieses perfekt geführte Sanatorium hat Todtmoos den Beinamen „Davos von Deutschland“ eingebracht. Vor allem russische Aristokraten scheinen von der Lungentuberkulose sehr geplagt gewesen zu sein. Sie verbrachten lange Aufenthalte bis zu ihrer Genesung in einer illustren, gesundheitsfördernden Umwelt im oberen Wehratal.
Unter dem Fenster steht eine alte Apothekentheke mit Werkzeugen zur Tablettenherstellung.
Damit haben Sie die Besichtigung im oberen Museumsteil abgeschlossen. Steigen Sie nach der schweren Haustüre die Treppe hinab und nach rechts in die Unterwelt von Todtmoos ein. Zusätzlich wird Ihnen dort noch ein weiterer wirtschaftlicher Faktor der Todtmooser Geschichte gezeigt: das Glasmachen.
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