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Durchgang

Von der Küche gehen wir durch die linke Tür in die Stubenkammer der Nordwohnung. Diese wurde zusammen mit Stube und Stallteilen zu einem großen Ausstellungsraum umgebaut.
Gleich rechts steht ein alter Kinderwagen, der oft für Umzüge genutzt wird. Davor liegen dünne Latten als Brennmaterial für die Beleuchtung: Kienspäne, meist von harzreichem Kiefernholz. An einem Ständer darüber sieht man ein eingespanntes Stück Kienspan, das schräg eingesetzt die Flamme heller brennen ließ.
An der Fensterseite befindet sich ein Schaukasten mit Fotos früherer Gebäude in Todtmoos: Rathaus, große Hotels wie Bellevue (abgerissen in den 1980er Jahren), Bürgerhäuser und das „Alte Schwarzwaldhaus“. Diese Bilderschau vermittelt den Flair des frühen 20. Jahrhunderts, als Todtmoos ein renommierter Weltkurort war – das „Davos von Deutschland“.
Im Eck hinter der Tür sehen Sie ein Polyphon von 1882 mit Liedscheiben – ein aufwendiges Tonwiedergabegerät für die Unterhaltung der Kurgäste. Ein Zeichen für den vorherrschenden Luxus in dieser Zeit.

Handwerkergang

Durch die Türe gelangen wir in den hinteren Stallbereich. Hier fand Tierhaltung nur im Keller statt, ein Hinweis, dass die Hausbesitzer bessergestellt und nicht auf Landwirtschaft angewiesen waren. Werkzeuge für Heimarbeit wie Kochlöffel, Küchengeräte oder Hutmacherbedarf sind ausgestellt. Einige zeigen die handwerkliche Geschicklichkeit der Einheimischen.
Einige persönliche Bezüge verdeutlichen die weltoffene Natur der Einwohner: Leo Götte war nach seiner Militärzeit Sonnenwirt und stand im Briefwechsel mit bedeutenden Physikern. Ein Todtmooser war Opfer des Titanic-Untergangs bei seiner Auswanderung in die USA.
Am südlichen Ende des Gangs steht ein großer Schniedesel für die Schindelherstellung. Hier lassen sich die Arbeitsschritte nachvollziehen: vom Stamm bis zur fertigen Schindel. Dachschindeln sind 48 cm, Wandschindeln 24 cm lang. Wandschindeln können ohne Anstrich ewig halten, Dachschindeln müssen regelmäßig erneuert werden – in der Regel streifenweise, selbst hergestellt im Winter. Ein ganzes Dach benötigt etwa 100.000 Schindeln.
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