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Küchen

Wir stehen nun in der Hauptküche des Hauses. Sie wurde nach dem Kaminbau um 1926 neu eingerichtet. Original erhalten ist die Feuerstelle für den Kachelofen der linken Stube. Vor dem Feuer steht ein großer Blechtopf – fest installiert. Hier wurde die Glut zum Backen entnommen und nach Gebrauch wieder in den Ofen geschaufelt, um ungleichmäßiges Backen zu verhindern.
Der Herd an der Stubenkammerseite versorgt die Kunst in der Stube und hat neben dem Backofen auch ein „Schiff“ für ständig warmes Wasser. Die Spüle unter dem Fenster ist moderner, sie diente dem Personal und zum Blumengießen.
Der Küchenschrank, das „Chuchichäschtle“, zeigt typische Aufbauten der Bauernküchen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Durch die Holztür in der Kaminwand gelangen wir in die nördliche Küche, die fast im Originalzustand erhalten ist.
Der niedrige Herd sorgt dafür, dass die heiße Abluft die dahinterliegende Kunst heizt. In der Zeit vor dem Kamineinbau stieg der Rauch über das „Rauchhaus“ zur Decke. Dort kondensierten Teer, Staub und Ruß, bevor der gereinigte Rauch über die „Hurt“ aufstieg. So wurden aufgehängte Fleisch- und Wurstwaren getrocknet, gewürzt und desinfiziert.
Unter dem Küchentisch stehen Butterfasstypen, in denen Milch zu Butter verarbeitet wurde. Jede Familie hatte ihr eigenes Modell, in das die Butter nach dem Klumpen gepresst wurde. Über dem Brunnen mit kühlem Quellwasser konnte die Butter einige Tage gelagert werden.
Die Milch wurde auch entrahmt, wozu verschiedene Zentrifugen oder Separatoren genutzt wurden. Aufwendige Käsereien gab es in Todtmoos nicht. Fleisch wurde meist gewurstet oder eingedost. Verschiedene Fleischwölfe, Wurstfüll- und Dosenverschlussmaschinen sind hier ausgestellt.
Am Spülstein floss früher rund um die Uhr Quellwasser direkt von der Brunnstube. Der heutige Wasserzufluss ist nicht mehr original, doch der Beckenbau zeigt das Prinzip: Ein findiger Handwerker polierte den Stein selbst. Dieser Beckentyp ist heute noch im Hotzenwald verbreitet.
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