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Stubenkammer

Die Stubenkammer ist stets das Schlafzimmer des Besitzerehepaars. Links steht ein Kachelofen mit einer kurzen Kunst. Seit der Trennung der Küchen wird sie vom neueren Holzherd aus beheizt. Eine solche beheizte Ofenbank im Schlafzimmer war bereits ein besonderer Luxus.
Der Begriff „Kunst“ – auch „Chuscht“ oder „Chauscht“ – leitet sich vom lateinischen „hypocaustum“ ab und bezeichnet eine beheizte Ofenbank aus Stein. Eine einfache Ofenbank dagegen besteht aus Holz und ist nicht beheizt.
An der gegenüberliegenden Wand erkennen Sie den Aufbau einer reinen Holzwand. Rechts steht der Eckständer. Dazwischen liegen waagerecht die sechs bis acht Zentimeter dicken Bohlen. Sie sind konisch gesägt und über Nut und Feder miteinander verbunden. Ein Zwischenständer presst sie in beidseitige Nuten ein. Oben schließt eine Pfette mit tiefer Nut die Wand winddicht ab. Da Holz beim Trocknen schwindet, muss diese Nut besonders tief sein – nur so bleibt die Wand auch später dicht.
Unter dem Ehebett – ursprünglich ein Doppelbett – stehen die Nachttöpfe, im Dialekt „Pottschamberle“, vom französischen „pot de chambre“. Besonders im Winter waren sie Teil der sanitären Versorgung. Ihr Inhalt wurde täglich als Dünger im Bauerngarten verwendet.
Von hier aus gehen wir weiter in das Herz eines jeden Schwarzwaldhauses – in die Küche.
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