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Stube

Wir betreten nun die rechte Stube des Doppelhauses – heute das Trauzimmer. In dieser Stube können sich heute Brautpaare das Jawort geben.
Das Haus wurde 1982 vom Kloster in Gengenbach erworben. Seit 1952 lebten hier drei Gemeindeschwestern. Sie betreuten den Kindergarten und übernahmen die Behinderten-, Kranken- und Altenpflege im Ort – man würde heute von einer Sozialstation sprechen.
Davor war das Haus, seit den 1810er-Jahren, im Besitz der Familien Schmied und Köpfer – ein klassisches Zweifamilienhaus. Das Holz wurde 1809 geschlagen und, wie damals üblich, etwa ein Jahr gelagert, bevor man es verbaute.
Die Klosterschwestern lebten äußerst genügsam. Deshalb wurde im Haus kaum etwas erneuert. Die letzte größere Modernisierung dürfte um 1926 erfolgt sein, als die gemeinsame Küche durch den Einbau eines Kamins getrennt wurde. So konnte die Gemeinde ein weitgehend ursprüngliches Gebäude zur Einrichtung des Heimatmuseums erwerben.
Das Museum selbst entstand in jahrelanger Arbeit – getragen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und vielen Spenden aus der Einwohnerschaft.
Im Mittelpunkt der Schwarzwaldstube steht der Kachelofen – die eigentliche Lebensgrundlage im Winter. Davor befindet sich die Ofenbank. Der Ofen wird von der südlichen Küche aus beheizt.
Zwischen Ofenkorpus und Wand sehen wir eine schmale Nische. Dort konnte man sich zum Mittagsschlaf hineinlegen – gedacht für Kranke, Schwerverletzte oder den Großvater.
Die Wärme des Ofens stieg durch die Holzdecke auch in die darüberliegenden Kammern für Kinder, Mägde und Knechte. Diese Räume sind heute zu einem Vortragssaal umgebaut, in dem im Sommer unter anderem Glasbläservorführungen stattfinden.
Unter dem Fensterband verläuft die Eckbank. Ursprünglich stand davor ein langer Tisch über die gesamte Länge. Für Trauungen wurde er durch einen kurzen Jogltisch ersetzt – eine spezielle Tischform, ursprünglich aus Österreich, handwerklich anspruchsvoll in der Herstellung.
Im Fenstereck befindet sich der Herrgottswinkel, nach Südwesten ausgerichtet. In manchen alten Häusern war er tief in die Eckständer eingeschnitten und glich einer kleinen Grotte mit Devotionalien.
Man muss sich vorstellen: Im Winter verbrachten hier meist zehn bis fünfzehn Personen den ganzen Tag. Man webte, stopfte, strickte und nähte. Man fertigte Schindeln, stellte Küchengeräte und Besteck aus Holz her und reparierte Gebrauchsgegenstände.
In der linken Stube der zweiten Wohnung steht ein eleganterer Kachelofen mit zweistufiger Kunst und kunstvoll gestalteten Kacheln. Er wird vom originalen Küchenherd beheizt – dem ursprünglich einzigen Herd der Gemeinschaftsküche.
Gehen wir nun durch die Holztür in die Stubenkammer.
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