Im Mittelpunkt der Schwarzwaldstube steht der Kachelofen – die eigentliche Lebensgrundlage im Winter. Davor befindet sich die Ofenbank. Der Ofen wird von der südlichen Küche aus beheizt.
Zwischen Ofenkorpus und Wand sehen wir eine schmale Nische. Dort konnte man sich zum Mittagsschlaf hineinlegen – gedacht für Kranke, Schwerverletzte oder den Großvater.
Die Wärme des Ofens stieg durch die Holzdecke auch in die darüberliegenden Kammern für Kinder, Mägde und Knechte. Diese Räume sind heute zu einem Vortragssaal umgebaut, in dem im Sommer unter anderem Glasbläservorführungen stattfinden.
Unter dem Fensterband verläuft die Eckbank. Ursprünglich stand davor ein langer Tisch über die gesamte Länge. Für Trauungen wurde er durch einen kurzen Jogltisch ersetzt – eine spezielle Tischform, ursprünglich aus Österreich, handwerklich anspruchsvoll in der Herstellung.
Im Fenstereck befindet sich der Herrgottswinkel, nach Südwesten ausgerichtet. In manchen alten Häusern war er tief in die Eckständer eingeschnitten und glich einer kleinen Grotte mit Devotionalien.
Man muss sich vorstellen: Im Winter verbrachten hier meist zehn bis fünfzehn Personen den ganzen Tag. Man webte, stopfte, strickte und nähte. Man fertigte Schindeln, stellte Küchengeräte und Besteck aus Holz her und reparierte Gebrauchsgegenstände.
In der linken Stube der zweiten Wohnung steht ein eleganterer Kachelofen mit zweistufiger Kunst und kunstvoll gestalteten Kacheln. Er wird vom originalen Küchenherd beheizt – dem ursprünglich einzigen Herd der Gemeinschaftsküche.
Gehen wir nun durch die Holztür in die Stubenkammer.