Bergbau
Schauen wir uns zuerst die Hinweise auf den Bergbau um Todtmoos in dem linken Kellerraum an. Es sind nur wenige Objekte für diese kurze wirtschaftliche Episode von etwa 1800 bis in die 1830er Jahre, von Todtmoos vorhanden. Bis 1810 lieferte das Bergwerk noch im Tagebau wichtige Ausgangsstoffe für damals sehr begehrte Chemikalien wie Kupfervitriol, verschiedene Alaune, Kupferqualitäten usw. Als einzige Fabrik im Schwarzwald produzierte man in dem Ortsteil Berghütte konzentrierte Schwefelsäure, auch rauchende Schwefelsäure oder Oleum genannt. Gleich neben der Türe, noch vor der Vitrine, hängt eine Schemazeichnung eines Galeerenofens, wie er im Ortsteil Berghütte bis Anfang der 1810er Jahre in Betrieb war. Daneben unter Glas einige Artefakte, die man aus der Erde um die ursprünglichen Fabrikgebäude beim Bau der Abwasserentsorgung von Todtmoos ausgelesen hat. An der Wand neben dem Serpentindrechsler sind in Schälchen einiger Ausgangstoffe und Produkte in Natura zu sehen.
Die Serpentindrechslerei war in den 1830er Jahren die letzte Möglichkeit, Bergbauprodukte wirtschaftlich zu nutzen. Das Ausgangsgestein, Serpentinit oder einfach ausgedrückt Speckstein, fand man hoch am Berg westlich von Hintertodtmoos. Die Steinbrocken, die an verschiedenen Stellen im Raum in Körben zu sehen sind, stammen von dieser Halde, vom sogenannten „Schwarzen Felsen“. Wieder wurden die vorher sehr begehrten Specksteingefäße durch billigere Porzellan-, Keramik- und Stahlgefäße verdrängt und am Schluss noch durch den Wegfall von geeignetem Steinmaterial. In der Glasvitrine zeigt sich ein Kochtopf, der in Todtmoos in dieser Zeit hergestellt wurde und noch von der Frau eines der Wiederentdeckers unseres Bergwerks genutzt wurde. Sie war sehr aufgebracht, als ihr Mann, ohne ihr Wissen, diesen Topf dem Museum schenkte.
Bei geologischem Interesse bietet sich ein Besuch des Nickelbergwerks „Hoffnungsstollen“ oberhalb von Todtmoos an.
Gehen wir zurück in den anderen Kellerraum.